Eine Woche im Januar

Oder wie sieht momentan der Alltag der travemeise aus?

Eine Künstlerin/ Illustratorin malt den ganzen Tag, oder? Sicher ist dir klar, dass das nicht ganz so sein kann, aber wie sieht denn nun mein Alltag aus? Was gehört zu so einem Künstlerdasein mit Auftragsarbeiten, Ladenatelier und Onlineshop dazu?

Zurzeit veranstaltet Dagmar Recklies wieder ihre #zeigewasdutust-Challenge. 2019 habe ich schon mal mitgemacht und darauf hin ist es mir deutlich leichter gefallen in den sozialen Medien häufiger und auch mal etwas andere Beiträge zu veröffentlichen. Ich mag ihre Herangehensweise, sie kommt mir sehr entgegen. Lautes „Marketinggeschrei“ liegt mir überhaupt nicht und so kommen mir ihre Tipps, Vorschläge und Inspirationen als eher Introvertierten gerade recht: zeige was du tust! Darauf kann ich mich einlassen! Und deshalb gibt es heute mal einen Einblick, was ich diese Woche so gemacht habe.

Du würdest gerne mehr über die Challenge wissen und vielleicht sogar mitmachen? Dann bitte hier entlang.

Aber nun – meine Woche:

Tag 1, Montag

Meistens mache ich den Wochenplan für die nächste Woche schon am Wochenende. Ich kann dann besser loslassen, weil ich weiß, dass ich alles was wichtig ist schon notiert habe. Diesmal war es anders, denn wir haben am Wochenende das freundliche Wetter für einen ausgedehnten Spaziergang genutzt. Mit dabei: die Fotokamera und eine Tasche zum sammeln von Inspirationen und kleinen Fundstücken für Zeichnungen etc.

Reiher beim Sonntagsspaziergang

Heute morgen habe ich mir dann also als allererstes meinen Wochenplaner geschnappt und die Woche schon mal grob geplant. Ohne meinen Planer wäre ich wohl verloren. Er hilft mir den Überblick zu behalten und nichts wichtiges zu vergessen.
Als nächstes habe ich mich um die Bestellungen vom Wochenende gekümmert: Belege schreiben, alles gut verpacken und mit einer kleinen persönlichen Nachricht versandfertig machen. Dann ab zur Post!

Was habe ich heute sonst noch gemacht? Ein bisschen Buchhaltung und Ablage, denn auch das muss sein. Zwischendurch habe ich noch ein bisschen gedruckt. Also nicht mit dem PC-Drucker, sondern mit Farbe und einer Druckplatte. Dazu vermutlich mehr in den nächsten Tagen…

Tag 2, Dienstag

Manchmal kommt es anders als man denkt. Der Tag verlief ganz anders als geplant. Neben einer weiteren Bestellung die gepackt und auf den Weg gebracht werden wollte, hatte ich eigentlich die Vorzeichnungen für zwei Aquarelle geplant.

Nun ja, immerhin ist die Bestellung unterwegs und ich habe den Prototyp eines Notizheftes mit einem Umschlag aus Pflanzendrucken gebunden. In den letzten Tagen hatte ich Experimente mit Monotypien gemacht. Bei einer Monotypie zeichnet oder drückt man man die Motive oft direkt auf eine dünn mit Farbe eingefärbte Druckplatte und zieht im Anschluss die Farbe meistens mit Papier ab. So entstehen einzigartige Drucke. Je nachdem welche Farben man verwendet und wie viel Freiraum man lässt, kann auch Schichten übereinander drucken. Manchmal bekommt man dabei ganz faszinierende Ergebnisse. Außerdem mag ich den spielerischen Ansatz als Gegensatz zur sehr kontrollierten und detailgetreuen Aquarellillustration, die ich sonst sehr viel mache.

Ein weiteres Highlight des Tages war, dass ich neue Postkarten aus der Druckerei bekommen habe. Es ist auch nach Jahren immer wieder eine ganz besondere Freude ein neues eigenes Produkt in Händen zu halten.

Außerdem erledigt: den einen oder anderen Schriftverkehr und ein paar Rechnungen bezahlt.

Tag 3, Mittwoch

Die neue Postkarte

Morgens habe ich zunächst Fotos von den neuen Postkarten gemacht. Es sollten besonders schöne Fotos werden also hab ich mir ein paar Gedanken zum Hintergrund gemacht und auch ein paar verschiedene Dinge ausprobiert bis ich zufrieden war. Ich habe eines der Fotos dann auf dem travemeise Instagram-Account gepostet, meinem Konto für alles was mit dem Ladenatelier und dem Onlineshop zu tun hat.
Als nächstes habe ich die Postkarte in den Onlineshop eingepflegt. Beim „Fotoshooting“ hatte ich dafür auch direkt ein paar etwas neutralere Fotos gemacht. Für den Onlineshop bearbeite ich die Fotos nach ( das Licht ist meistens nicht gut genug hier, besonders im Winter) und schneide sie auf ein einheitliches Format zurecht. Dann kommt das online stellen: ein Produkt erstellen, die einzelnen Angaben zum Produkt, Versand und Lieferzeiten eingeben und die Fotos hochladen. Zum Schluß kommt noch die Suchmaschinenoptimierung, damit mein Shop und meine Produkte überhaupt gefunden werden.
Eigentlich wollte ich auch gleich noch einen Aufkleber in den Shop einpflegen, den ich schon vor ein paar Tagen bekommen habe – er liegt noch immer auf meinem Schreibtisch – gerade die Pflege des Onlineshops dauert regelmäßig sehr viel länger als ich denke. Es war mir dann wichtiger weitere Notizhefte mit meinen Monotypien zu binden, damit sie dann am nächsten Tag mit in den Laden können.

Tag 4, Donnerstag

Zwei der Notizbücher

Nachdem die Hefte gestern fertig waren, war es zum fotografieren zu dunkel. Also erst mal Fotos machen, denn ich bin so begeistert von den Heften, dass ich sie unbedingt heute morgen auf Insta zeigen möchte.Sobald ich das einschieben kann, werde ich auf jeden Fall weitere machen.

Endlich habe ich auch einer der Vorzeichnungen geschafft, die ich mir für diese Woche vorgenommen habe: es ist die Vorzeichnung das erste Aquarell eines neuen Geburtstagskalenders, den ich als Ergänzung ab dem Frühsommer anbieten möchte. Mal schauen, ob das zeitlich klappt…

Dann bestelle ich noch ein paar Kunstdrucke nach. Da die Druckdateien dafür schon fertig sind, geht das vergleichsweise schnell.

Am späten Nachmittag / frühen Abend hatte ich noch einen sehr schönen und inspirierenden Termin: einen virtuellen „Stammtisch“ mit Vortrag mit Kollegen auf Zoom. Das hat mir sehr gut gefallen.

Tag 5, Freitag

Heute habe ich als erstes auf meinem Instagram-Account @wort-kunst, der sich an Aquarellliebhaber und Auftragskunden richtet ein Aquarell gepostet, das letzte Woche fertig geworden ist, ich aber noch nicht gezeigt hatte. Es ist das erste Aquarell für den neuen Familienkalender 2023 der dann in der Kategorie Planer und Kalender zu finden sein wird.

Das Aquarell von letzter Woche, rechts sieht man den Klebestreifen

Die meisten meiner größeren Aquarelle klebe ich übrigens auf einem Brett fest bevor ich anfange zu malen. Das hat folgenden Hintergrund: Wenn man mit viel Wasser malt, wellt sich das Papier. Ist es mit Klebeband festgeklebt, zieht es sich beim Trocknen hinterher wieder glatt. Tut man das nicht, werden die Wellen zwar kleiner, aber meistens wird das Papier nicht mehr richtig eben. Das ist sehr unpraktisch – sowohl um das Bild für die weitere Verwendung in Druckprodukten zu Scannen als auch für die Montage in Passepartout und Bilderrahmen. Also befestige ich erst mal das Blatt mit der Vorzeichnung vom Vortag auf einem Brett in passender Größe, damit ich dann anfangen kann. In mehreren Schichten, werde ich das Aquarell dann nach und nach malen …

Außerdem noch erledigt: Ich habe Emaille- und Porzellanbecher in Auftrag gegeben. Für einen Porzellanbecher, den es bisher so noch nicht gab, hab ich dann in der passenden Größe die Datei erstellt. Das wird dann wieder spannend, wie es auf der Tasse aussehen wird. Ein paar Tage muss ich mich aber gedulden, bis ich das Ergebnis sehe.

Tag 6, Samstag

Ich habe einige Stunden am Aquarell weitergemacht. Zum Schluß habe ich mir diesen Blogbeitrag nochmal vorgenommen, das eine oder andere ergänzt, denn die letzten Tage hatte ich teilweise abends dann nur ein paar Stichworte notiert. Gleich werde ich ihn zusammen mit ein paar Fotos online stellen und dann ist Feierabend für heute.

Das ist der längste Blogeintrag den ich hier bislang geschrieben habe. Ich hoffe er ist euch nicht zu lang und hat euch ein paar interessante Einblicke gegeben. Schönes Wochenende!

2 Kommentare
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Wie interessant, einen Einblick in den Alltag einer Künstlerin. Eben nicht immer alles nur Kunst. Danke für den schönen Artikel und die tollen Fotos!